Dr. Walter Bader- ein Leben für die Denkmalpflege
Dr. Walter Bader (1901–1986) zählt zu den bedeutendsten Denkmalpflegern und Archäologen des Rheinlandes. Sein Wirken prägte den Wiederaufbau des Xantener St.-Viktor-Doms, der Stiftsimmunität und der Altstadt nach dem Zweiten Weltkrieg nachhaltig.
Die Biografie von Dr. Walter Bader
Geboren wurde Walter Bader 1901 in Rottenburg am Neckar. Mit dem Beginn seines Studiums der Kunstgeschichte und Archäologie im Jahr 1921 verlagerte sich sein Lebensmittelpunkt ins Rheinland. Nach seiner Promotion war er ab 1927 in verschiedenen Funktionen am Rheinischen Provinzialmuseum Bonn, dem heutigen LVR-Landesmuseum Bonn, tätig.
Ein erster Meilenstein seiner Laufbahn war die Leitung der Ausgrabungen unter dem Xantener Dom in den Jahren 1933/34 und die Auffindung des Märtyrergrabes.
1935 wurde Walter Bader wegen seiner politischen Haltung und seiner Kontakte zu Widerstandskreisen angeklagt und verlor trotz Freispruch Anstellung und Beamtenstatus.
In der Folgezeit kehrte er für die Aufarbeitung der Domgrabung mehrfach nach Xanten zurück, wo er 1939 Hildegard Scholten heiratete. Xanten wurde Baders neue Heimat.
Im September 1944 erhielt Bader den offiziellen Auftrag, die beweglichen und unbeweglichen Kunstdenkmäler des unteren Niederrheins zu bergen und zu sichern.
Dr. Walter Bader als treibende Kraft hinter dem Wiederaufbau
Nach den schweren Zerstörungen des Krieges wurde er zur treibenden Kraft beim Wiederaufbau des Xantener Doms. Bereits im Sommer 1945 begann er mit den Aufräum- und Sicherungsarbeiten sowie dem Rücktransport ausgelagerter Kunstwerke.
Neben seiner Tätigkeit in Xanten wirkte Walter Bader hauptberuflich im Kultusministerium für die Denkmalpflege in Nordrhein-Westfalen und als Professor an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Für seine herausragenden Verdienste erhielt er zahlreiche Ehrungen, darunter das Große Bundesverdienstkreuz. 1977 verlieh ihm die Stadt Xanten die Ehrenbürgerwürde. 1947 erwarb Walter Bader die ehemalige Kanonikerkurie Kapitel 10 und ließ das im Krieg zerstörte Gebäude wieder aufbauen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1986 lebte und arbeitete er hier mit Blick auf den Dom. Der Garten des Hauses war für ihn ein Ort der Ruhe und Erholung. Heute ist das denkmalgeschützte Gebäude Sitz des Dombauvereins. 2026 erhält es offiziell den Namen „Haus Bader“, um einen außergewöhnlichen Wissenschaftler und Denkmalpfleger zu würdigen und seinen Namen dauerhaft mit dem Dom und der Geschichte Xantens zu verbinden.
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