Domgeschichte

Dom St. Viktor

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Der Xantener Dom ein Wahrzeichen mit bewegter Geschichte

Seit Jahrhunderten prägt der Xantener Dom das Stadtbild und die Geschichte Xantens. Als ehemalige Stiftskirche des bedeutenden Viktor-Stiftes, beeindruckendes Baudenkmal  der Gotik und Wahrzeichen der Stadt blickt er auf eine wechselvolle Vergangenheit zurück – von seiner rund 300-jährigen Bauzeit über die Erhebung zur Basilica Minor bis hin zur nahezu vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und seinem originalgetreuen Wiederaufbau. Erfahren Sie mehr über die Geschichte eines der bedeutendsten Sakralbauten am Niederrhein.

Domgeschichte St Viktor Xanten

Dombau

Die Anfänge

Die Ursprünge des Xantener Domes reichen bis in die Spätantike zurück. Der Überlieferung nach wurde der heilige Viktor gemeinsam mit weiteren Soldaten der Thebäischen Legion wegen seines christlichen Glaubens hingerichtet und an der Stelle des heutigen Domes bestattet. Über seinem Grab entstand um 400 n. Chr. eine kleine Gedächtniskapelle. In ihrer Nähe wurden bald weitere Verstorbene beigesetzt, denn viele Menschen wollten „ad sanctos“ – in der Nähe der Heiligen – ihre letzte Ruhe finden. Aus diesem lateinischen Begriff entwickelte sich später der Name Xanten.

Mitte des 8. Jahrhunderts wurde an dieser Stelle das Viktor-Stift gegründet. Die Stiftsherren, auch Kanoniker genannt, erweiterten und erneuerten die erste karolingische Kirche im Laufe der Jahrhunderte mehrfach oder ersetzten sie durch Neubauten. (Bild: Westfassade um 1230)

 

Der Bau des gotischen Domes

Mit der Grundsteinlegung am 22. August 1263 begann der Bau des heutigen Domes. Die neue Kirche entstand von Osten nach Westen im Stil der lothringischen Gotik, während die ältere Kirche Schritt für Schritt abgetragen wurde. Erhalten blieb jedoch die romanische Westchorhalle aus den Jahren 1180 bis 1213.

Die Verbindung des neuen gotischen Langhauses mit dem älteren Westchor stellte die Baumeister vor große Herausforderungen. Deshalb wurde 1487 eine Expertenkommission einberufen, an der auch der Kölner Dombaumeister beteiligt war. Gemeinsam entwickelte man eine ebenso kühne wie innovative Lösung: Das mittlere Joch wurde erhöht und ein großes gotisches Maßwerkfenster in die Westfassade eingefügt. Diese architektonische Meisterleistung prägt den Dom bis heute.

Nach rund 256 Jahren Bauzeit war der Innenraum des Domes vollendet. Die beiden Türme erhielten 1529 ihre Abschlussgalerien. Mit dem Abschluss weiterer Arbeiten um 1550 war der Bau der mittelalterlichen Stiftskirche beendet – eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke am Niederrhein.

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Der Bau der heutigen Kirche begann am 22. August 1263. Von Osten nach Westen errichtete man die neue Kirche im lothringisch-gotischen Formen und legte gleichzeitig die alte nach und nach nieder.
Die romanische Westchorhalle von 1180 – 1213 wurde beibehalten.

Die Anbindung des älteren Westchores erwies sich als schwieriges Unterfangen. 1487 wurde deshalb eine Kommission einberufen, an der auch der Kölner Dombaumeister teilnahm. Man beschloß, das mittlere Joch zu erhöhen und in die Westwand ein großes Maßwerkfenster zu brechen – eine ungemein anspruchsvolle, formal wie auch statisch nicht leicht zu bewältigende Bauaufgabe, deren überzeugende Lösung noch heute zu beeindrucken vermag. Damit war der Innenraum des Domes nach 256 Jahren Bauzeit vollendet. Die beiden Türme erhielten 1529 ihre Abschlussgalerien. Die mittelalterliche Bautätigkeit an der Xantener Stiftskirche fand um 1550 ihren Abschluss.

Der Kirchbau im Video
19 Jhd. Xantener Dom

Sakularisation und Restaurierung im 19. Jahrhundert

Mit der Säkularisation unter Napoleon endete 1802 die über tausendjährige Geschichte des Viktor-Stiftes. Die katholische Kirchengemeinde übernahm den Dom und die Stiftsgebäude. Anders als vielerorts blieben die historischen Gebäude erhalten und wurden nicht abgebrochen. So konnte das einzigartige Ensemble der Stiftsimmunität bis heute weitgehend bewahrt werden.

Auch der Lettner, der Anfang des 19. Jahrhunderts als entbehrlich galt, entging nur knapp dem Abriss. 1815 setzte sich der preußische Baumeister Karl Friedrich Schinkel erfolgreich für seinen Erhalt ein.

Zwischen 1857 und 1868 wurde der Dom unter der Leitung des Kreisbaumeisters Carl Cuno umfassend gesichert und restauriert. Mit seinem behutsamen Umgang mit der historischen Bausubstanz war Cuno seiner Zeit weit voraus und schuf ein frühes Beispiel moderner Denkmalpflege.

Begleitet wurden die Arbeiten vom 1849 gegründeten ersten Dombauverein, der sich nach Abschluss der Restaurierung 1868 wieder auflöste.

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Leider fand er zeitlebens nur die Anerkennung weniger Fachkollegen, auch die von ihm gewünschte Anstellung als Bauinspektor nach Abschluss der Arbeiten in Xanten blieb ihm verwehrt.

Begleitet wurden die Arbeiten vom 1849 gegründeten ersten Dombauverein, der 1868 nach Beendigung der Restaurationsarbeiten aufgelöst wurde.

Wiederaufbau

Zerstörung & Wiederaufbau

Die schweren Luftangriffe auf Xanten am 10. und 21. Februar 1945 hinterließen den St.-Viktor-Dom als Ruine. Große Teile der Kirche wurden zerstört, der damalige Dombaumeister Schüller kam unter den Trümmern der Dombauhütte ums Leben.

Nach dem Krieg wurde zeitweise sogar über einen vollständigen Abriss der Ruine nachgedacht. Dem unermüdlichen Einsatz des Denkmalpflegers Dr. Walter Bader ist es zu verdanken, dass der Dom nicht aufgegeben wurde. Er setzte sich erfolgreich für einen originalgetreuen Wiederaufbau ein, der 1947 begann und 1966 weitgehend abgeschlossen werden konnte.

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Die Jugend hat sie beinahe schon vergessen. So wollen wir nachhelfen, das zu verhindern“, schrieb Walter Bader 1949 in den von ihm für den Dombauverein herausgegebenen „Xantener Domblättern“.

Für die Erforschung der Kirchen-, Stadt- und Sozialgeschichte in Xanten ist der schriftliche Nachlass von Walter Bader eine wahre Fundgrube. Der Wiederaufbau des Xantener Domes ist ebenso umfassend dokumentiert wie die Stadtplanung nach 1945, die Bader intensiv begleitete. Er war es, der sich für die Wiedererrichtung des Domes als Wahrzeichen der Stadt einsetzte und sich dagegen aussprach, „im Geist der Gegenwart“ neu zu bauen. Die Wiederherstellung konnte 1966 weitgehend abgeschlossen werden.

Doch Geschichte geht weiter, kennt keinen Endpunkt. Viele Dinge, die zum Zeitpunkt des Wiederaufbaus zurückgestellt wurden, benötigen nun nach über 50 Jahren Reparaturen und Pflege, weitere Schadensbilder kommen hinzu. Auch entsteht Neues und Zukunftweisendes, so z.B. die Montage der Schutzverglasungen.

Unser Ziel ist es, dieses Bauwerk für zukünftige Generationen zu bewahren – Grund genug für unseren Dombauverein, eine eigene Dombauhütte zu unterhalten.

Ausstellung Dombauverein Xanten

Erhalten für die Zukunft

Mit dem Wiederaufbau war die Geschichte des Domes jedoch nicht beendet. Witterung, Alter und neue Schadensbilder stellen das Bauwerk bis heute vor große Herausforderungen. Gleichzeitig erfordern moderne Schutzmaßnahmen – etwa die Schutzverglasungen – kontinuierliche Pflege und Weiterentwicklung.

Der Erhalt dieses einzigartigen Kulturdenkmals ist die Aufgabe des Dombauvereins. Mit seiner Dombauhütte sorgt er dafür, dass der Xantener Dom auch für kommende Generationen bewahrt wird.

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